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Cozy Horror – war da was?

Ein seltsamer Grund, um mal wieder einen Post zu schreiben. Die alten Vorsätzen, hier regelmäßiger zu posten? Ja, die kommen in regelmäßigen Abständen wieder. Bisher konnte ich sie in einen Schrank sperren. Aber nachdem das Thema ja schon vor einigen Wochen, Monaten oder Jahren auf Instagram aufgemacht wurde (ich hab leider die Beiträge nicht mehr gefunden und möchte hier nichts falsches behaupten. Sie waren ziemlich cool) hat es mich wohl nie so ganz losgelassen. Nicht, weil die dort genannten Takes, nämlich, dass sich Cozy und Horror schwer bis gar nicht vereinbaren lassen, wenn man den Genrekriterien entsprechen will, irgendwie falsch waren – im Gegenteil – sondern weil mich Cozy Horror persönlich verfolgt.

Ich habe eine Horrornovelle und mehrere Horrorkurzgeschichten geschrieben. Die Idee zu einem längeren Horrorroman schwirrt in Form vieler Post-its in meinem Kopf herum. Parallel dazu schreibe ich aber auch gerade an einem Cozy-Fantasy-Roman. (Sollte ich über ein Pseudonym nachdenken?).

Und meine Switch quillt absolut über mit Cozy Games, die mich nach einem langen Tag in kuschelige Vertrautheit entführen sollen. Und eben immer wieder auch Cozy-Horror-Games. Dredge, Subnautica, Cult of the Lamb, Grimshire, Beacon Pines, …

Wenn es also ganz eindeutig Cozy Horror Games gibt, können wir dann anhand von ihnen Kriterien definieren, was sie ausmacht und schauen, ob sich diese Kriterien auch auf andere Medien übertragen lassen?

Was macht meiner unwissenschaftlichen Meinung Cozy-Horror-Games zu solchen?

1. Game-Mechanik: Bekannte Mechaniken, eine gewisse Monotonie/ Routine, die sich einschleicht (Fischen, Farmen, …)

2. Story: Hier kommt dann oft der Horror ins Spiel. Die Art und Weise kann sehr unterschiedlich sein, manchmal geht das Setting in eine Lovecraft Richtung (Dredge), manchmal kommt der Horror nach und nach. Es ist aber nicht die ganze Zeit gruselig (vgl. Dead Space) sondern es gibt uch immer wieder Erholungsphasen, die mit Routine gefüllt sind.

Die Game-Mechanik lässt sich nur schwer auf ein Buch übertragen, da der einzige aktive Akt, dem wir als Leser nachgehen, ja eben genau das ist: Lesen. Und niemand möchte eine Geschichte lesen, in der unsere Protagonistin 400 Rüben erntet. Okay, diesen Take nehme ich zurück. Ich bin mir sicher, dass viele von euch das super spannend schreiben könnten.

Aber die Idee des Vertrauten, das immer wieder durch Horror-Ereignisse unterbrochen wird sowie die regelmäßigen Erholungspausen, sollten sich doch theoretisch übertragen lassen? Wenn wir noch einmal in ein anderes Medium, den Film, schauen, denke ich da konkret an alte Slasher ala Freitag der 13, die für mich persönlich sehr cozy sind. Man weiß, was man bekommt (eine Machete in empfindliche Körperstellen), wird nicht übermäßig gegruselt und hat auch vor dem „Final Girl Circuit“ (der Teil, indem sie beim Weglaufen vor dem Big Bad noch einmal alle ehemaligen Freunde findet) immer wieder Zeit zum Durchatmen.

Ich hab auch ein bisschen ein Buch dazu im Kopf: The Final Girl Support Group von Grady Hendrix. Das mag komplett meine persönliche Meinung sein, aber natürlich interessiert mich auch, was ihr dazu sagt. Also: Lassen sich diese Kriterien auf Bücher übertragen? Habt ihr noch andere, spannende Empfehlungen?

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